So schreiben Sie Ihre perfekte Rede.

Ich habe über 5.100 Reden geschrieben und zeige Ihnen hier, wie Sie zeit­spa­rend zu Ihrem Rede­ziel kommen – syste­ma­tisch, Schritt für Schritt.

Rede schreiben

Die perfekte Rede schreiben

Immer wieder nahen Anlässe, bei denen Sie „schnell mal ein paar warme Worte“ sagen müssen.

„Wie schreibe ich eine Rede?“ oder „Wer kann mir helfen, eine Rede zu schreiben?“ – das fragen sich dann viele.

Denn eine Rede schreiben oder den Text für eine Video­bot­schaft, das hat man früher in der Schule kaum gelernt. Aufbau, Einlei­tung, Mittel­teil – Zuhörer begeis­tern … Wie man eine gute Rede schreibt, lehrt selbst die Univer­sität eher selten.

Das Ergebnis?

Klingt zum Beispiel so:

„40 Jahre umfasst der Zeit­raum, den Sie, Herr Gerhard, in unserem Hause Dienst getan haben, und Sie waren, wenn es nötig war, immer einsatzbereit.“

Im Dienst sollte man immer Dienst leisten. Aber Herr Gerhard war nur dazu „bereit“? Und auch nur dann, „wenn es nötig war“?

Er soll Lob bekommen – und bekommt eine Ohrfeige.

Derart abqua­li­fi­ziert, kann der Mitar­beiter auch kaum als Vorbild für die anderen dienen.

Rede­ziel verfehlt.

Gute Vorbilder hätte dieses Unter­nehmen drin­gend nötig. Das jeden­falls vermit­telt der Redner.

Denn was ist das für eine Firma, in der man für bloße Einsatz­be­reit­schaft gelobt wird?

Einsatz­be­reit müssen Feuer­wehr­leute sein, die auf einen Brand warten. Aber für gewöhn­lich sind Mitar­beiter, die Redelob verdienen, im Dienst nicht nur einsatz­be­reit – sondern tatsäch­lich im Einsatz.

Der Redner wirft ein schlechtes Licht auf sich selbst, auf den Jubilar und auf seine Firma. Vor allen Mitar­bei­tern und mögli­cher­weise auch vor Kunden und Liefe­ranten. Viel­leicht ist bei der Rede sogar die Presse dabei; dann ist der Image-Schaden noch größer.

Mich ärgert so etwas.

Das ist auch ein Grund, warum ich Reden­schreiber geworden bin. Früher als Jour­na­list habe ich fast täglich mehrere Reden hören müssen, sieben Jahre lang. Im Gegen­satz zu anderen Zuhö­rern musste ich bei diesen Tausenden Reden wirk­lich aufmerksam zuhören, durfte nicht tagträumen, wenn es lang­weilig wurde – denn ich musste ja mitschreiben und durfte nichts verpassen.

Dabei stellte ich fest, welche Elemente in Reden gut ankommen und welche nicht. Nach Studium und rheto­ri­scher Fort­bil­dung schreibe ich nun seit 20 Jahren Reden für Firmen und Privat­per­sonen. Auch Ihre persön­liche Rede schreibe oder opti­miere ich gerne oder berate Sie dazu.

Zudem lehre ich Reden schreiben in Semi­naren u. a. an der Deut­schen Redner­schule, der Schweizer Jour­na­lis­ten­schule und als Einzel­trai­ning (auch online).

Nach mitt­ler­weile rund 5.100 Reden weiß ich: Eine syste­ma­ti­sche Rede­vor­be­rei­tung spart Zeit und erhöht den Rede­er­folg. Doch wie funk­tio­niert das, wie schreibt man maximal effi­zient und effektiv eine Rede oder den Text für eine Videobotschaft?

Im Folgenden finden Sie meine syste­ma­ti­sche Anlei­tung. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg damit – und immer viel ehrli­chen Applaus!

1 In einer Viertelstunde 25 Stunden leisten

Auch, wer seine „warmen Worte“ geschickter wählt als im eingangs genannten Beispiel, dem Dienst­ju­bi­läum von Herrn Gerhard – meist handelt es sich bei den Worten um abge­nutzte, kraft­lose Stan­dard­phrasen; um das, was man „aus gege­benem Anlass“ eben so sagt. Statt durch kluges Reden­schreiben mehr zu leisten.

Verzichten Sie auf Worte von der Stange

Das lang­weilt die Zuhörer. Die warmen Worte von der Stange sind nur selten warm genug, um den Zuhörer zu erwärmen. Der Redner verfehlt sein wich­tigstes Ziel: das Publikum bewegen.

Wer die warmen Worte nicht aus dem Steg­reif sagen kann, sucht beim Reden­schreiben gerne nach Muster­reden.

Was er dann findet, zeigt das Beispiel mit Herrn Gerhard – die obige Sentenz stammt aus einer Muster­reden-Samm­lung aus dem Duden-Verlag.

Jede Rede ist eine große Chance

Weil Know-how für Reden fehlt, muss man im Berufs­leben eine Menge schlechter Reden ertragen. Reden, Anspra­chen, Gruß­worte gelten deshalb gemeinhin als lästige Pflicht­übung – für Publikum und Redner. Immer noch werden bei Rede­auf­tritten regel­recht „Schrift­stücke verlesen“, obwohl dies seit Guten­berg nicht mehr nötig wäre. Schrift­texte kann man längst mit Leich­tig­keit verviel­fäl­tigen und schrift­lich zur Verfü­gung stellen. Man muss sie niemandem mehr vorlesen. Doch die alte Gewohn­heit der „Vorle­sung“ hat sich von Gene­ra­tion zu Gene­ra­tion weitergetragen.

Gutes Reden­schreiben wäre sinn­voll. Doch erst langsam folgt man im deutsch­spra­chigen Raum der ameri­ka­ni­schen Gewohn­heit, seine Rede von Reden­schrei­bern ghost­writen zu lassen.

Eine profes­sio­nelle Vorbe­rei­tung zahlt sich in jedem Falle aus. Denn jede Rede ist eine große Chance.

Rechnen Sie einmal, wie viele Menschen Sie mit Ihrer Rede persön­lich errei­chen, infor­mieren, führen können: Wenn Sie die Rede­zeit mit der Zuhö­rer­zahl multi­pli­zieren, ergibt sich die – beacht­liche – Größen­ord­nung. Spre­chen Sie beispiels­weise eine Vier­tel­stunde vor hundert Mitar­bei­tern, brauchten Sie 25 Stunden, um das selbe in Einzel­ge­sprä­chen zu transportieren!

All dies spricht dafür, auch die „kleinen“, ritua­li­sierten Rede­an­lässe – Jubi­läen, Eröff­nungen, Ehrungen, Verab­schie­dungen – nicht als Pflicht­übung, sondern als beson­dere Gele­gen­heit für die eigenen Ziele zu betrachten. Eine gut geschrie­bene Rede ehrt den verdienten Mitar­beiter – moti­viert, stimu­liert und führt aber auch seine Kollegen.

Eine Rede hat nicht dieselbe Wirkung wie ein Vier-Augen-Gespräch, wirkt aber auf Grund der persön­li­chen Präsenz weitaus stärker als Schrift­in­for­ma­tion. Das Gesagte schrift­lich zu trans­por­tieren (15 Minuten entspricht etwa zwei Seiten Text) – das ist nicht nur weniger effektiv, sondern kann in der tägli­chen Papier­flut sogar komplett untergehen.

Lohnt die Vorbereitung?

Damit Ihre Rede nicht unter­geht, sollten Sie sie gut vorbe­reiten. Das heißt Ihre Rede schreiben. Selbst große rheto­ri­sche Natur­ta­lente können ihre Rede vor dem Vortrag opti­mieren. Das nied­rige Durch­schnitts­ni­veau deut­scher Reden bereitet hier eine beson­dere Chance: Es ist nicht so schwer, über­durch­schnitt­lich gute Reden zu gestalten. Die Zuhörer werden es Ihnen danken, mit wahr­haft freund­li­cher Aufmerksamkeit.

Auch wenn der Witz in Ihrer Rede gar nicht so umwer­fend gut ist, auch wenn das beim Reden­schreiben gewählte Dich­ter­zitat kaum passt: Reden­zu­hörer lachen trotzdem, regel­recht demons­trativ – sie demons­trieren, dass sie dankbar sind selbst für die kleinste Auflo­cke­rung. Wir leben in einer „Erleb­nis­ge­sell­schaft“, doch schon seit Menschen­ge­denken gilt:

Der Zuhörer einer Rede will unter­halten werden. Ihre Rede darf kein Vortrag sein: Ihre Rede muss ein Erlebnis sein. Die Zuhörer hören dann gerne zu. Und – das Wich­tigste: sie hören über­haupt zu. Trotz der güns­tigen Kommu­ni­ka­ti­ons­si­tua­tion für Sie als Redner – Ihre Zuhörer sind erzogen worden, bei einer Rede zuzu­hören – bleibt es schließ­lich jedem im Publikum allein über­lassen, ob er tatsäch­lich zuhört oder geistig abschaltet. Eine gute Vorbe­rei­tung beein­flusst die Entschei­dung „Höre ich zu?“ enorm zu Ihren Gunsten. Diese Vorbe­rei­tung sollte abge­schlossen sein, bevor Sie Ihre Rede einstu­dieren.

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