Dienstjubiläum: Ihre perfekte Rede

1. Lange Zugehörigkeit, lange Rede zum Dienstjubiläum?

Grund­sätz­lich gilt – vor allem bei Tisch­reden: 5 bis 10 Minuten Rede­zeit genügen völlig.

Sie werden es ohnehin nicht schaffen, alles chro­no­lo­gisch aufzu­zählen, aus zum Beispiel 25 Jahren Dienst­zu­ge­hö­rig­keit – oder gar 40 Jahren!

Es sei denn, Sie haben sehr gedul­dige Zuhörer mit sehr viel Zeit.

Für weit über 2200 Redner habe ich bereits Anspra­chen geschrieben.

Noch niemals, noch kein einziges Mal kam hinterher die Rück­mel­dung, die Rede wäre zu kurz gewesen.

Jedes Publikum liebt kurze Reden!

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Beschränken Sie sich in Ihrer Rede zum Dienst­ju­bi­läum lieber auf ganz beson­dere Momente.

Zum Beispiel in einer lustigen Rede zum 25-jährigen Dienstjubiläum:

„Wie war das noch, als wir hier kurz nach Ihrer Einstel­lung einen Wasser­rohr­bruch hatten …

Und Sie mit Ihren Kollegen zwei Wochen lang in einem Baucon­tainer arbeiten mussten?

Herr Schröder, Sie sind in 25 Jahren Dienst­zu­ge­hö­rig­keit wirk­lich mit uns durch Dick und Dünn gegangen.“

Solche Dinge sind für die Zuhörer witzig und interessant.

Oder aber das Einstel­lungs­ge­spräch, bei dem Sie der Dienst­ju­bilar mit einem pfif­figen Spruch um den Finger gewi­ckelt hat.

2. Der richtige Stil für Ihre Rede zum Dienstjubiläum

Humor ist eine Tugend, die sich jeder von uns bewahren sollte. Aller­dings passt nicht jeder Humor in eine Rede zum Dienstjubiläum.

Zumin­dest sollten Sie als Redner vorsichtig sein und darauf achten, dass die Ansprache nicht makaber oder sarkas­tisch wirkt.

Sie als Redner sollten sich vor Ihrer Rede zum Dienst­ju­bi­läum genau über­legen, welche Art von Publikum Sie erwartet.

Wenn Sie als lockerer und humor­voller Chef bekannt sind und nur vor Ihren Mitar­bei­tern reden, dann erwartet man den einen oder anderen kessen Spruch von Ihnen.

Dies gilt selbst­ver­ständ­lich auch, wenn Sie eine Rede zum eigenen Dienst­ju­bi­läum halten.

Einem sehr ruhigen Menschen wird niemand die Witze in der Rede abnehmen.

Bleiben Sie sich selber treu, nur dann erscheint Ihre Rede glaubwürdig.

Dies gilt ganz beson­ders dann, wenn Sie hoch­ran­gige Gäste im Publikum haben (zum Beispiel bei einer Rede zum Firmen­ju­bi­läum).

3. „Du oder Sie“ beim Dienstjubiläum?

Wie für alle Reden gilt auch hier: „Alles bleibt so, wie es war“ – auch in Ihrer Rede zum Dienstjubiläum.

Sie sind der Vorge­setzte, der seine Mitar­beiter noch nie gesiezt hat? Dann werden Sie dies auch jetzt nicht tun.

Eine Rede zum Dienst­ju­bi­läum soll authen­tisch bleiben.

Das gelingt nur, wenn alles so wie üblich gehand­habt wird:

Versu­chen Sie nicht, plötz­lich den Ober­boss zu spielen, der ganz förm­lich den Jubilar per Sie anredet.

Das wirkt unecht, man wird Sie nicht ernst nehmen – Ihre Vortrags­si­cher­heit sinkt und Ihr Lampen­fieber steigt dadurch noch.

Das hat auch zur Folge, dass Ihnen niemand zuhört und Sie die Rede völlig umsonst halten.

Anders­herum gilt natür­lich das selbe:

Wenn Sie Ihre Rede zum Dienst­ju­bi­läum halten, werden Sie nicht plötz­lich zum Kumpeltyp, der seine Mitar­beiter duzt.

Wenn dies vorher nicht so war, dann bleiben Sie auch hier beim „Sie“.

Für Ihre Rede ist es wichtig, dass Sie sich niemals verstellen.

4. Zitate in Ihrer Rede zum Dienstjubiläum

Zitieren kann man fast immer. Dies gilt auch für Ihre Rede zum Dienstjubiläum. 

Hier ist es jedoch sinn­voll, den Jubilar selbst zu zitieren.

Vor allem dann, wenn er für einen Ausspruch bekannt ist, der die Firma betrifft.

Beispiel:

Der Jubilar hat kurz nach seiner Ausbil­dung bei Ihnen begonnen und sagte immer: „Muss ich das können?“

Sie könnten diesen Satz zitieren, wenn Sie Ihre Rede syste­ma­tisch vorbe­reiten zum Dienst­ju­bi­läum – und dem Jubilar heute, nach 30 Jahren, endlich in Ihrer Rede zum Dienst­ju­bi­läum die Antwort darauf geben:

Ja, lieber Herr Meyer, das mussten Sie alles können – um hier und heute bei uns ihr 30. Dienst­ju­bi­läum feiern zu dürfen! 😊

Wenn Sie lieber Promi­nente zitieren möchten, sollten Sie dies begründen.