Ihre perfekte Hochzeitsrede.


1. Humor in Ihrer Hochzeitsrede

Sie halten eine Rede als Braut­vater? Eine Hoch­zeits­rede als Braut, Bräu­tigam oder Braut­paar?

Oder eine Rede als Mutter, Trau­zeuge, Sohn, Tochter – als Bruder oder Schwester ..?

Ich habe bereits Hunderte Hoch­zeits­reden geschrieben, als persön­li­cher Rede-Ghost­writer, und gebe Ihnen hier gerne Tipps und Anregungen.

Machen Sie sich klar: Eine Hoch­zeit ist ein freu­diges Ereignis, oft sind die Braut­leute noch jung und verstehen ein wenig Spaß.

Aber auch die älteren Gene­ra­tionen werden Sie als Redner nicht fressen, wenn Sie den einen oder anderen Scherz machen.

Nur: Über­trei­bungen sind zu vermeiden.

Es sei denn, die Braut­leute kennen es sowieso nicht anders von Ihnen. ☺

Hoch­zeits­reden dürfen ruhig humorig verfasst werden.

Zum Beispiel, wenn der beste Freund mit 60 heiratet:

„In deinem Alter noch heiraten?

Dass du gar keine Angst vor einem Herz­in­farkt hast – bei so viel Aufregung!“ 🙂

Oder als Brautvater:

„Drum prüfe, wer sich ewig bindet.

Na, hoffent­lich hast du dich daran gehalten, liebe Susi.“

Solche kleinen Stiche­leien sorgen für Aufmerk­sam­keit bei den Zuhörern.

Und im Normal­fall wird es Ihnen keiner übel nehmen, wenn Sie Ihre Hoch­zeits­rede mit humor­vollen, aber weitest­ge­hend harm­losen Sprü­chen eine frische Würze verleihen.

Das braucht eine Hoch­zeits­rede mit Pfiff: eine indi­vi­du­elle Note.

2. Wann reden zur Hochzeit?

Reden zur Hoch­zeit gelingen am besten nach der Vorspeise, wenn das Publikum nicht mehr ganz so hungrig ist.

Immer gut, wenn Zuhörer vor einer Ansprache zur Hoch­zeit auch schon ein biss­chen was getrunken haben.

Bevor Sie mit Ihrer Hoch­zeits­rede beginnen, klopfen Sie mit einer Gabel gegen ein Glas – aber bitte vorsichtig – und warten Sie einige Sekunden, bis alle Gäste und das Braut­paar sitzen und Ihnen zuhören.

Beginnen Sie erst dann Ihre Rede.

Das Publikum sollte auf jeden Fall gemüt­lich sitzen – also: keine Hoch­zeits­an­spra­chen beim Steh­emp­fang!

Das ist beson­ders wichtig, wenn viele ältere Gäste anwe­send sind.

Proble­ma­tisch sind Buffets:

  • Reden Sie nach der Buffet-Eröff­nung, sind die Zuhörer zu satt, um Ihrer Ansprache zu folgen. Ein voller Magen macht träge und lässt die Konzen­tra­tion sinken. 
  • Reden Sie davor, haben die Zuhörer Hunger (siehe oben)

3. Hochzeit? Jetzt rede ich!

Nur: Wie lange?

Seit bald 25 Jahren als Rede-Ghost­writer erlebe ich immer wieder:

Wenn sich Menschen ihre Hoch­zeits­rede schreiben lassen, kalku­lieren sie erfah­rungs­gemäß eine zu lange Redelänge.

Doch versetzen Sie sich einmal in die Hochzeitsgäste …

Seien wir ehrlich – das Publikum wünscht bei Reden zur Hoch­zeit vor allem eins:

Die Ansprache soll nicht zu lange dauern!

Insbe­son­dere auch deshalb, weil eine Hoch­zeits­rede gemeinhin im Umfeld eines Essens stattfindet …

Wenn Ihr Publikum aufs Essen wartet, lassen Sie es besser nicht zu lange warten.

Egal, ob Sie die wich­tigste Rede der Hoch­zeit halten (also als Braut­vater reden) – oder Ihre Ansprache als Freundin oder Freund des Braut­paars stattfindet:

Gute Hoch­zeits­reden dauern 3 bis maximal 10 Minuten.

4. Der richtige Inhalt für Ihre Hochzeitsrede

Es gäbe viel zu erzählen, oder? Wo anfangen – wo aufhören?

Wie einen Anfang finden bei der Hochzeitsrede?

Nichts falsch machen Sie, wenn Sie in irgend­einer Weise direkt auf das Thema „Liebe“ kommen (positiv natürlich 🙂 ).

Das Thema „Liebe“ ist der Joker jeder Hochzeitsrede.

Selbst, wenn Sie keine Anek­doten erzählen oder Ratschläge geben möchten: Sie können immer gut ein Loblied auf die Liebe singen.

Versu­chen Sie jedoch, dies möglichst indi­vi­duell einzuleiten.

Nur wie?

Sie haben kaum span­nende Infos über das Braut­paar – oder wollen keine intimen Details verraten?

Schauen Sie doch mal auf die Hochzeitseinladung.

Dort steht oft ein Zitat – welches meis­tens das von Ihnen gewünschte Thema hat:

Liebe!

Greifen Sie dies auf – und schnell haben Sie einen Anfang gefunden:

Liebes Braut­paar, liebe Hochzeitsgäste!

„Die Liebe ist ein Fest –
es muss nicht nur vorbereitet,
sondern auch gefeiert werden. “

Wenn ich dieses Zitat von Platon von der Einla­dung richtig verstanden habe, dann lautet die neuzeit­liche Inter­pre­ta­tion in etwa:

„Let’s make party.“ ☺

Dazu sind wir auf dem besten Weg. ☺

Platon gibt außerdem eine Steil­vor­lage allen Rednern, die sich auf einer Hoch­zeit rheto­risch betä­tigen wollen, sollen, können oder müssen. ☺

Dass dieser grie­chi­sche Denker sich ausführ­lich zum Thema Erotik geäu­ßert hat, will ich jetzt einmal außen vor lassen. ☺

Aber Plato erwähnt einen Mythos, nach dem die ersten Menschen die Gestalt von Kugeln hatten.

Mit vier Beinen, vier Armen und zwei Köpfen.

Sie waren derart voll­kommen, dass die Götter eine Konkur­renz fürchteten.

Also bekam der oberste Gott ein robustes Mandat – und spal­tete die Menschen mit einem Blitz in zwei Teile.

Seit dem dama­ligen Blitz­schlag – und genau deswegen passt Platon gut zu einer Feier wie dieser –, seit damals suchen die Menschen nach ihrer verlo­renen Hälfte.

Nach dem anderen Teil von sich.

Mit dem zusammen sie endlich wieder komplett sein können – heil und geheilt.

Genau dieses große Glück der Liebe darf unser heutiges Braut­paar spüren!“

Ja, aller Anfang ist schwer. Leichter fällt es Ihnen, wenn Sie sich eines vorher bewusst machen:

Wahr­schein­lich sind Sie an diesem beson­deren Tag nicht alleine mit Ihrer Hochzeitsrede.

Bestimmt haben sich Braut­el­tern, die Eltern des Bräu­ti­gams, Trau­zeugen und womög­lich auch einige gute Freunde Gedanken darüber gemacht, was sie dem Braut­paar mit auf ihren neuen Lebens­ab­schnitt geben möchten.

Damit sich nicht alles wieder­holt, sollten Sie die Rede mit einem Roten Faden versehen, der am sinn­vollsten die Person betrifft, welche Ihnen am nächsten steht.

Als Braut­vater oder Braut­mutter beispiels­weise kennen Sie die Braut nun mal am besten und sollten sich speziell auf sie beziehen. Natür­lich dürfen Sie darüber hinaus nicht den Bräu­tigam außen vor lassen.

Um Dopp­lungen zu vermeiden, verzichten Sie auf Anek­doten, die auch den anderen Rednern bekannt sind.

Falls möglich, spre­chen Sie vorher mit den anderen bekannten Rednern ab, wer welche Anek­doten für seine Hoch­zeits­rede verwendet.

Wenn dies nicht möglich ist, können Sie gerade als Eltern der Braut­leute viel­leicht ein wenig aus dem Nähkäst­chen plaudern.

Wie wäre es zum Beispiel mit Erin­ne­rungen aus der Kind­heit, als sich klein Lisa schon mit sechs Jahren immer als Braut verkleidet hat?

„Ich wünsche euch eine lange und glück­liche Ehe.“

Dieser Satz sollte so oder so ähnlich am Ende jeder Hoch­zeits­rede stehen.

Und, was das Wich­tigste ist:

Er sollte von Herzen kommen.

So, wie man sich als Braut­paar für die Unter­stüt­zung von Familie und Freunden bedankt, so gehört es für Sie als Braut­el­tern etc. dazu, Glück­wün­sche auszusprechen.

Wenn das Braut­paar einen Kinder­wunsch hat, können Sie auch eine kinder­reiche Zukunft wünschen.

Sie finden Hoch­zeits­glück­wün­sche kostenlos im Internet, aller­dings sollten Sie diese besser indi­vi­duell formulieren.

Wichtig ist für jede Hoch­zeits­rede, dass Sie als Redner hinter dem stehen und das ernst meinen, was Sie dem Braut­paar wünschen.

Was sollten Sie wünschen?

Glück ist etwas, das jeder braucht. Natür­lich auch eine gehö­rige Portion Tole­ranz, die Fähig­keit, auch mal auf Durchzug zu stellen etc.

Wünschen Sie, was immer Sie wünschen wollen!

Aber denken Sie daran, dass Sie eine Hoch­zeits­rede halten.

Und diese erfor­dert ein posi­tives Ende mit posi­tiven (!) Glückwünschen.

Und wünschen Sie sich selbst und den Gästen eine gelun­gene Feier.

Auf das Braut­paar, Prosit!

5. Musterreden meiden

Die besten und schönsten Hoch­zeits­reden sind immer indi­vi­du­elle Hoch­zeits­reden, die persön­liche Umstände aufgreifen.

Doch eine Stan­dard­rede an die Hoch­zeits­gäste ist eine Unverschämtheit.

Denn mit einer Muster­rede bei einer Hoch­zeit zeigen Sie:

Sie haben jede Mühe gescheut und keinen Finger gekrümmt.

Jeder weiß: Sie finden im Internet Unmengen Vorlagen, Hoch­zeits­ge­dichte und Sprüche gratis.

Sie haben also einfach irgendwas gegoogelt.

Die Gäste bei der Hoch­zeit bedeuten Ihnen nichts.

Das ist pein­lich für Sie und für alle Anwesenden.

Schreiben Sie Ihre Hoch­zeits­rede dann besser selbst, lassen Sie das Reden sein – oder enga­gieren Sie einen hervor­ra­genden Reden­schreiber für Ihre Hoch­zeits­rede.

6. Ohne Gefühl geht bei Ihrer Hochzeitsrede gar nichts!

Und dies ist bei einer Hoch­zeits­rede unum­gäng­lich. Doch die rich­tige Mischung macht’s.

Aber wie schaffen Sie das perfekte Zusam­men­spiel aus Verstand und Gefühl, Emotionen und Witz?

Wenn Sie eine Hoch­zeits­rede halten, kommt es auch hier darauf an, ob Sie Vater der Braut sind, die Rede als Braut­mutter halten oder aber als Trau­zeuge, guter Freund etc.

Für Sie als Eltern­teil ist es fast schon Pflicht, mehr Gefühl hinein­zu­bringen in Ihre Hochzeitsrede.

Die meisten Eltern schwelgen von Natur aus in Erin­ne­rungen, denken an Tage, als ihr Sohn/ihre Tochter noch so klein und unschuldig war.

Es ist voll­kommen in Ordnung, solche Dinge auch in einer Hoch­zeits­rede zu erwähnen.

Aber es ist ebenso wichtig, die Kurve zu kriegen.

Wir wollen doch nicht riskieren, dass nach der Hälfte Ihrer Hoch­zeits­rede niemand mehr zuhört, weil alle in Tränen ausge­bro­chen sind, oder?

Also versu­chen Sie, nach jedem emotio­nalen Abschnitt auch wieder etwas Humor­volles oder Sach­li­ches einzubringen.

7. Quälen Sie die Hochzeitsgäste nicht mit Faktenfluten

Bei erfolg­rei­chen Reden zur Hoch­zeit kann es nicht darum gehen, wie ein Lebens­lauf auf zwei Beinen zu reden:

„Am 1.9.1993 wurde unsere Tochter in München in der Nord­straße in der Klinik zum Hl. Lauren­tius geboren, im Jahre 1996 nahte dann der Tag des Kinder­gar­ten­ein­tritts in die Kita Sonnen­schein am Lerchenweg …“

Greifen Sie nur Höhe­punkte heraus!

Voll­stän­dig­keit in einer Rede zur Hoch­zeit ist weder möglich – noch sinn­voll. Und schon gar nicht vom Publikum gewünscht.

Wie lange bräuchten Sie denn, um beispiels­weise das Leben der Braut nachzuerzählen?

Wenn Sie es versu­chen, werden Sie mindes­tens eine Stunde reden … Viel zu lange für eine Rede zur Hochzeit!

8. Visualisieren zur Hochzeit!

Besorgen Sie z. B. ein Baby­foto oder Einschu­lungs­bild des Bräu­ti­gams, vergrö­ßern Sie das Bild mit einem Kopierer auf DIN A3 – und halten Sie das Foto bei Ihrer Hoch­zeits­rede hoch. Der Erfolg ist garantiert.

Lassen Sie das Bild im Publikum herum­gehen. Damit bringen Sie Ihre Zuhörer in Bewe­gung, was den Erfolg Ihrer Hoch­zeits­an­sprache erhöht.

Sie können ruhig zwei, drei Fotos anfer­tigen. Vermeiden Sie aber Bilder­shows oder bunte Power­point-Präsen­ta­tionen – das lenkt nur von Ihnen ab, und damit von Ihrer Hochzeitsrede.

(siehe auch: Visua­li­sie­rungen in Ihrer Rede)

9. Vorsicht bei bestimmten Anekdoten

Bedenken Sie den offi­zi­ellen Charakter aller Hoch­zeits­reden - selbst im privaten Kreis:

Sobald jemand aufsteht und eine Rede hält, wird’s „offi­ziell“.

Erz