5 Tipps, wie Sie eine gute Rede halten können

1. Anlass beachten

Es ist der Anlass, der den Inhalt und den Stil einer Rede bestimmt. Natür­lich spielt beim Schreiben und Halten einer Rede auch die bei dem Anlass geltende, manchmal unge­schrie­bene Etikette eine große Rolle. Nach­fol­gend ein kleiner Auszug anlass­be­zo­gener Reden und ihre Besonderheiten.

a. Trauerrede

Eine Trau­er­freier ist eine ernste und hoch­emo­tio­nale Ange­le­gen­heit. Dementspre­chend über­legt sollte der Inhalt gewählt werden. In der Regel werden bei einer solchen Rede die Charak­ter­ei­gen­schaften des Verstor­benen und dessen wich­tigste Lebens­daten erwähnt. Natür­lich kann auch auf beson­dere Ereig­nisse im Leben des Verstor­benen einge­gangen werden.

Wissens­wert: Eine Grab­rede kann mit einem Zitat, dem Lebens­motto oder einem kirch­li­chen Trau­er­spruch begonnen werden. Abhängig davon, zu welchem Zeit­punkt und welcher Gele­gen­heit die Trau­er­rede gehalten werden soll.

b. Abschiedsrede

Ein Abschied ist unab­hängig des genauen Anlasses immer etwas Einma­liges und meist sehr emotional. Zum Beispiel geht ein Arbeit­nehmer endlich in Rente oder wird in eine neue Abtei­lung versetzt usw. Entspre­chend freier kann eine Rede zu einem solchen Anlass gestaltet werden.

c. Hochzeitsrede

Zwei Menschen haben sich gefunden und wollen gemeinsam den Bund der Ehe eingehen – ein sehr emotio­naler und beson­derer Anlass. Demgemäß frei und indi­vi­duell kann eine Rede zur Hoch­zeit gestaltet werden. Trotzdem ist ein gewisses Finger­spit­zen­ge­fühl gefragt, um nicht verse­hent­lich die persön­liche Grenze des Braut­paars oder seiner Familie zu verletzen.

d. Motivationsrede

Eine Moti­va­ti­ons­rede ist immer emotional, denn rein mit Fakten lassen sich nur wenige zu enormen Leis­tungen animieren.

e. Berufliche Rede

Eine beruf­liche Rede beinhaltet eine ausge­wo­gene Mischung aus Fakten und Emotionen. Eine Prise Humor ist zwar möglich, aller­dings sollte es nicht zu sehr über­trieben werden. Schließ­lich steht die Rede im profes­sio­nellen Kontext.

Fazit:

  • Natür­lich gibt es noch eine Reihe weiterer Anlässe, zu denen eine Rede gehalten werden kann. Für jede Rede gilt, dass Sie als Redner positiv bleiben sollten.
  • Wir empfehlen, bei der Erstel­lung einer Rede ein beson­deres Augen­merk auf die Einlei­tung einer Rede zu legen, denn sie ist prak­tisch die Visi­ten­karte des Redners. Eine einneh­mende und gute Rede beginnt immer mit einem persön­li­chen Bezug zu den Zuhö­rern oder der Person, die im Zentrum der Rede steht. Das kann zum Beispiel eine inter­es­sante Gedan­ken­reise oder eine Gemein­sam­keit sein.
  • Sinn und Zweck jeder Rede: eine Botschaft über­mit­teln. Entspre­chend wichtig ist es, zum Punkt zu kommen. Es sollten möglichst kurze Haupt­sätze und einfache Worte verwendet werden.
  • Die Grund­regel Nr. 1 für jegliche Art von Reden ist: authen­tisch bleiben!

2. Körperhaltung/Körpersprache

Nicht nur der Inhalt einer Rede ist entschei­dend, sondern auch die Körper­sprache des Redners. Durch die Gestik, Mimik und die Haltung des Spre­chers wird der Inhalt einer Rede erst richtig hervorgehoben.

Nach­fol­gend haben wir die wich­tigsten Tricks und Tipps bezüg­lich der rich­tigen Körper­sprache kurz und prägnant zusammengefasst.

Blickkontakt, das A und O bei einer Rede

Bevor Sie mit einer Rede anfangen, sollten Sie Ihren Blick kurz über die Anwe­senden schweifen lassen. Damit Sie sich der Aufmerk­sam­keit Ihrer Zuhörer sicher sein können, sollten Sie mit dem Spre­chen erst beginnen, wenn jeder Sie ansieht.

Auch, wenn Sie Ihre Rede mithilfe eines Manu­skripts halten, sollten Sie trotzdem ab und an inne­halten und zu Ihrem Publikum sehen. Auf diese Weise sichern Sie sich die Konzen­tra­tion Ihrer Zuhörer.

Die Mimik des Redners

Ihre Mimik als Redners ist ein Aspekt, der ganz wesent­lich darüber entscheidet, ob die Anwe­senden Ihnen gerne zuhören oder eben nicht.

Deshalb gilt – unab­hängig davon, zu welchem Anlass Sie eine Rede halten müssen: Achten Sie auf einen offenen und entspannten Gesichts­aus­druck. Bleiben Sie dabei immer authen­tisch, denn ein soge­nanntes „Messe­lä­cheln“ wirkt unecht und aufgesetzt.

Wer sich unsi­cher ist, ob es ihm gelingt, bei der Rede entspannt zu wirken, weil er einfach zu aufge­regt ist, kann vor dem Spiegel einige Übungen durch­führen, um seine Gesichts­mus­keln zu lockern.

Wissens­wert: Je offener und entspannter die Mimik des Gesichts eines Redners, desto lieber hören die Anwe­senden zu.

Körpersprache beherrschen

Neben der Mimik ist auch die Körper­hal­tung des Spre­chers ein wich­tiger Aspekt, der über den Erfolg oder Miss­erfolg einer Rede entscheiden kann. Als Redner sollten Sie einen hüft­breiten Stand einnehmen. So stehen Sie fest und sicher. Trauen Sie sich dennoch, sich während Ihrer Rede zu bewegen. Auf diese Weise wirken Sie nicht nur entspannt, sondern können sich auch besser konzen­trieren. Gleich­zeitig kommt die Drama­turgie Ihrer Rede wesent­lich deut­li­cher zur Geltung.

Wenn Ihnen ein Redner­pult zur Verfü­gung steht, achten Sie darauf, dass Sie sich nicht dahinter verste­cken. Nutzen Sie das Pult zwar für Ihre Unter­lagen, doch stellen Sie sich auch daneben, um die körper­sprach­liche Inter­ak­tion zu fördern.

Die Gestik

Jede Rede verlangt nach einer gewissen Kongruenz. Darum ist die Gestik eines Spre­chers auch so wichtig, denn dadurch wird eine Rede erst lebendig. Zudem trägt die Gestik des Redners dazu bei, dass die Anwe­senden dem Gesagten besser folgen können.

  • Damit Sie als Redner selbst­si­cher wirken, sollten Sie die Muskeln in Ihrem Hand­ge­lenk leicht anspannen.
  • Müssen Sie bei Ihrer Rede etwas zeigen, dann verwenden Sie die ganze Hand und nicht einzelne Finger. Das könnte unhöf­lich wirken.
  • Vermeiden Sie unbe­dingt, Ihre Hand zur Faust zu ballen.
  • Halten Sie sich nicht am Redner­pult fest, denn das vermit­telt Unsicherheit.

3. Was tun bei Lampenfieber?

Souverän vor einer großen Gruppe Menschen reden, das kann nicht jeder. Das Haupt­hin­dernis ist meist Lampen­fieber. Mit einfa­chen Tipps können Sie die Angst überwinden.

Woher kommt Lampenfieber?

Grund­sätz­lich steht fest, dass Lampen­fieber ein ganz normaler psycho-biolo­gi­scher Prozess ist: Sobald ein Mensch in eine vermeint­lich bedro­hende Situa­tion gerät, werden verstärkt Stress­hor­mone ausge­schüttet und ein Kampf- oder Flucht­re­flex stellt sich ein. Dabei handelt es sich um einen wich­tigen Mecha­nismus, der das Über­leben des Menschen sicher­stellen soll. Lampen­fieber versteht sich als nichts anderes denn als Flucht- und Kampf­re­flex, da das Halten einer Rede vom Spre­cher eben­falls als bedro­hend empfunden werden kann.

Aus diesem Grund gibt es drei Arten von Ängsten, die Lampen­fieber auslösen können:

  • die Angst zu versagen
  • die Angst sich zu blamieren und
  • die Angst, dass es zu einer Zurück­wei­sung kommt.

Selbst erfah­rene Tänzer, Schau­spieler und Musiker sind vor Lampen­fieber nicht gefeit. Lampen­fieber ist ein ganz natür­li­cher Vorgang, der sich zwar abmil­dern, aber nicht ganz ausschalten lässt.

a. Nehmen Sie einen anderen Blickwinkel ein

Lampen­fieber muss nichts Schlechtes sein, denn leichtes Lampen­fieber sorgt dafür, dass alle Sinne geschärft werden. Das macht es einfa­cher, sich ganz auf das Wesent­liche zu konzen­trieren: das Halten der Rede.

b. Genügend Vorlaufzeit sorgt für weniger Lampenfieber

Es ist gut und wichtig, dass Sie bei dem Termin, an dem Sie Ihre Rede halten müssen, etwas früher vor Ort sind. So haben Sie genü­gend Zeit, alles in Ruhe vorzu­be­reiten und viel­leicht auch noch die eine oder andere Entspan­nungs­übung durchzuführen.

Denn Fakt ist: Nichts ist schlimmer als kurz vor knapp zu einem Rede­termin zu hasten und dann so gehetzt und gestresst auf die Bühne zu müssen.

c. Unbekanntes Terrain sorgt für Unsicherheit, schauen Sie sich den Veranstaltungsort vorher an

Seit jeher sorgt ein unbe­kannter Ort bei Menschen für Unsi­cher­heit und Unbe­hagen, darum empfehlen wir: Schauen Sie sich, wenn möglich, den Veran­stal­tungsort ein paar Tage vorher an.

d. Das Visualisieren des Vortrags kann dabei helfen, Unsicherheiten zu vermeiden.

e. Negative Assoziationen verbannen

Bevor Sie Ihre Rede halten, sollten Sie nega­tive Asso­zia­tionen verbannen und durch posi­tive ersetzen. Statt

„Die Rede wird bestimmt schlecht und mir hört ja eh keiner zu!“

sollten Sie lieber denken:

„Mir gelingt das, die Rede wird ein voller Erfolg.“

4. Die wichtigsten rhetorischen Mittel

Meta­pher: Bei einer Meta­pher geht es nicht um die wört­liche Bedeu­tung des Gesagten, sondern um eine bild­liche Sprache, mit der Sie die Aussage der Geschichte im über­tra­genen Sinn darstellen und die Zuhörer in eine Bild­welt einladen.

Alli­te­ra­tion: Bei einer Alli­te­ra­tion erfolgt eine Wieder­ho­lung der Anfangs­laute, um die Wich­tig­keit bestimmter Begriffe zu unter­strei­chen bzw. Wort­me­lo­dien oder bestimmte Wort­zu­sam­men­hänge herauszustellen.

Anapher: Bei einer Anapher werden bestimmte Worte oder Wort­gruppen mehr­fach wieder­holt. Wenn Sie Ihre Rede schreiben, können Sie damit eine bestimmte Wort­me­lodie errei­chen, Aussagen zusam­men­zu­fassen oder steigern.

Paral­le­lismus (paral­leler Satzbau): Der Paral­le­lismus wird verwendet, um Gegen­be­haup­tungen auf der glei­chen Wort­be­deu­tungs­ebene zu präsen­tieren. Dabei werden diese immer sehr präzise umschrieben. Bei einer Rede hat der Paral­le­lismus meist eine tauto­lo­gi­sche oder eine anti­the­ti­sche Funk­tion. Beispiel:

„Ich verstehe es, ich habe es begriffen und ich weiß es.“

Damit verdeut­licht der Redner, dass er verstanden hat, und zwar sehr gut.

Rheto­ri­sche Frage: Bei einer rheto­ri­schen Frage handelte es sich um eine Frage, bei der der Spre­cher keine wirk­liche Antwort erwartet.

5. Wie man Füllwörter vermeidet

Achtung, Füll­wörter gelten als Anzei­chen für Unsi­cher­heit, darum sollten diese bei einer Rede auch tunlichst vermieden werden. Durch bewusstes und deut­li­ches Reden erlauben Sie Ihren Zuhö­rern nicht nur, Ihrer Rede besser zu folgen, Sie unter­stützen dies auch, indem Ihr Vortrag aus kurzen Sätzen besteht. Auf diese Weise vermeiden Sie fast auto­ma­tisch Füll­wörter und redu­zieren die Rede auf das Wesentliche.