1. Anlass beachten

Es ist der Anlass, der den Inhalt und den Stil einer Rede bestimmt. Natürlich spielt beim Schreiben und Halten einer Rede auch die bei dem Anlass geltende, manchmal ungeschriebene Etikette eine große Rolle. Nachfolgend ein kleiner Auszug anlassbezogener Reden und ihre Besonderheiten.

a. Trauerrede

Eine Trauerfreier ist eine ernste und hochemotionale Angelegenheit. Dementsprechend überlegt sollte der Inhalt gewählt werden. In der Regel werden bei einer solchen Rede die Charaktereigenschaften des Verstorbenen und dessen wichtigste Lebensdaten erwähnt. Natürlich kann auch auf besondere Ereignisse im Leben des Verstorbenen eingegangen werden.

Wissenswert: Eine Grabrede kann mit einem Zitat, dem Lebensmotto oder einem kirchlichen Trauerspruch begonnen werden. Abhängig davon, zu welchem Zeitpunkt und welcher Gelegenheit die Trauerrede gehalten werden soll.

b. Abschiedsrede

Ein Abschied ist unabhängig des genauen Anlasses immer etwas Einmaliges und meist sehr emotional. Zum Beispiel geht ein Arbeitnehmer endlich in Rente oder wird in eine neue Abteilung versetzt usw. Entsprechend freier kann eine Rede zu einem solchen Anlass gestaltet werden.

c. Hochzeitsrede

Zwei Menschen haben sich gefunden und wollen gemeinsam den Bund der Ehe eingehen – ein sehr emotionaler und besonderer Anlass. Demgemäß frei und individuell kann eine Rede zur Hochzeit gestaltet werden. Trotzdem ist ein gewisses Fingerspitzengefühl gefragt, um nicht versehentlich die persönliche Grenze des Brautpaars oder seiner Familie zu verletzen.

d. Motivationsrede

Eine Motivationsrede ist immer emotional, denn rein mit Fakten lassen sich nur wenige zu enormen Leistungen animieren.

e. Berufliche Rede

Eine berufliche Rede beinhaltet eine ausgewogene Mischung aus Fakten und Emotionen. Eine Prise Humor ist zwar möglich, allerdings sollte es nicht zu sehr übertrieben werden. Schließlich steht die Rede im professionellen Kontext.

Fazit:

  • Natürlich gibt es noch eine Reihe weiterer Anlässe, zu denen eine Rede gehalten werden kann. Für jede Rede gilt, dass Sie als Redner positiv bleiben sollten.
  • Wir empfehlen, bei der Erstellung einer Rede ein besonderes Augenmerk auf die Einleitung einer Rede zu legen, denn sie ist praktisch die Visitenkarte des Redners. Eine einnehmende und gute Rede beginnt immer mit einem persönlichen Bezug zu den Zuhörern oder der Person, die im Zentrum der Rede steht. Das kann zum Beispiel eine interessante Gedankenreise oder eine Gemeinsamkeit sein.
  • Sinn und Zweck jeder Rede: eine Botschaft übermitteln. Entsprechend wichtig ist es, zum Punkt zu kommen. Es sollten möglichst kurze Hauptsätze und einfache Worte verwendet werden.
  • Die Grundregel Nr. 1 für jegliche Art von Reden ist: authentisch bleiben!

2. Körperhaltung/Körpersprache

Nicht nur der Inhalt einer Rede ist entscheidend, sondern auch die Körpersprache des Redners. Durch die Gestik, Mimik und die Haltung des Sprechers wird der Inhalt einer Rede erst richtig hervorgehoben.

Nachfolgend haben wir die wichtigsten Tricks und Tipps bezüglich der richtigen Körpersprache kurz und prägnant zusammengefasst.

Blickkontakt, das A und O bei einer Rede

Bevor Sie mit einer Rede anfangen, sollten Sie Ihren Blick kurz über die Anwesenden schweifen lassen. Damit Sie sich der Aufmerksamkeit Ihrer Zuhörer sicher sein können, sollten Sie mit dem Sprechen erst beginnen, wenn jeder Sie ansieht.

Auch, wenn Sie Ihre Rede mithilfe eines Manuskripts halten, sollten Sie trotzdem ab und an innehalten und zu Ihrem Publikum sehen. Auf diese Weise sichern Sie sich die Konzentration Ihrer Zuhörer.

Die Mimik des Redners

Ihre Mimik als Redners ist ein Aspekt, der ganz wesentlich darüber entscheidet, ob die Anwesenden Ihnen gerne zuhören oder eben nicht.

Deshalb gilt – unabhängig davon, zu welchem Anlass Sie eine Rede halten müssen: Achten Sie auf einen offenen und entspannten Gesichtsausdruck. Bleiben Sie dabei immer authentisch, denn ein sogenanntes „Messelächeln“ wirkt unecht und aufgesetzt.

Wer sich unsicher ist, ob es ihm gelingt, bei der Rede entspannt zu wirken, weil er einfach zu aufgeregt ist, kann vor dem Spiegel einige Übungen durchführen, um seine Gesichtsmuskeln zu lockern.

Wissenswert: Je offener und entspannter die Mimik des Gesichts eines Redners, desto lieber hören die Anwesenden zu.

Körpersprache beherrschen

Neben der Mimik ist auch die Körperhaltung des Sprechers ein wichtiger Aspekt, der über den Erfolg oder Misserfolg einer Rede entscheiden kann. Als Redner sollten Sie einen hüftbreiten Stand einnehmen. So stehen Sie fest und sicher. Trauen Sie sich dennoch, sich während Ihrer Rede zu bewegen. Auf diese Weise wirken Sie nicht nur entspannt, sondern können sich auch besser konzentrieren. Gleichzeitig kommt die Dramaturgie Ihrer Rede wesentlich deutlicher zur Geltung.

Wenn Ihnen ein Rednerpult zur Verfügung steht, achten Sie darauf, dass Sie sich nicht dahinter verstecken. Nutzen Sie das Pult zwar für Ihre Unterlagen, doch stellen Sie sich auch daneben, um die körpersprachliche Interaktion zu fördern.

Die Gestik

Jede Rede verlangt nach einer gewissen Kongruenz. Darum ist die Gestik eines Sprechers auch so wichtig, denn dadurch wird eine Rede erst lebendig. Zudem trägt die Gestik des Redners dazu bei, dass die Anwesenden dem Gesagten besser folgen können.

  • Damit Sie als Redner selbstsicher wirken, sollten Sie die Muskeln in Ihrem Handgelenk leicht anspannen.
  • Müssen Sie bei Ihrer Rede etwas zeigen, dann verwenden Sie die ganze Hand und nicht einzelne Finger. Das könnte unhöflich wirken.
  • Vermeiden Sie unbedingt, Ihre Hand zur Faust zu ballen.
  • Halten Sie sich nicht am Rednerpult fest, denn das vermittelt Unsicherheit.

3. Was tun bei Lampenfieber?

Souverän vor einer großen Gruppe Menschen reden, das kann nicht jeder. Das Haupthindernis ist meist Lampenfieber. Mit einfachen Tipps können Sie die Angst überwinden.

Woher kommt Lampenfieber?

Grundsätzlich steht fest, dass Lampenfieber ein ganz normaler psycho-biologischer Prozess ist: Sobald ein Mensch in eine vermeintlich bedrohende Situation gerät, werden verstärkt Stresshormone ausgeschüttet und ein Kampf- oder Fluchtreflex stellt sich ein. Dabei handelt es sich um einen wichtigen Mechanismus, der das Überleben des Menschen sicherstellen soll. Lampenfieber versteht sich als nichts anderes denn als Flucht- und Kampfreflex, da das Halten einer Rede vom Sprecher ebenfalls als bedrohend empfunden werden kann.

Aus diesem Grund gibt es drei Arten von Ängsten, die Lampenfieber auslösen können:

  • die Angst zu versagen
  • die Angst sich zu blamieren und
  • die Angst, dass es zu einer Zurückweisung kommt.

Selbst erfahrene Tänzer, Schauspieler und Musiker sind vor Lampenfieber nicht gefeit. Lampenfieber ist ein ganz natürlicher Vorgang, der sich zwar abmildern, aber nicht ganz ausschalten lässt.

a. Nehmen Sie einen anderen Blickwinkel ein

Lampenfieber muss nichts Schlechtes sein, denn leichtes Lampenfieber sorgt dafür, dass alle Sinne geschärft werden. Das macht es einfacher, sich ganz auf das Wesentliche zu konzentrieren: das Halten der Rede.

b. Genügend Vorlaufzeit sorgt für weniger Lampenfieber

Es ist gut und wichtig, dass Sie bei dem Termin, an dem Sie Ihre Rede halten müssen, etwas früher vor Ort sind. So haben Sie genügend Zeit, alles in Ruhe vorzubereiten und vielleicht auch noch die eine oder andere Entspannungsübung durchzuführen.

Denn Fakt ist: Nichts ist schlimmer als kurz vor knapp zu einem Redetermin zu hasten und dann so gehetzt und gestresst auf die Bühne zu müssen.

c. Unbekanntes Terrain sorgt für Unsicherheit, schauen Sie sich den Veranstaltungsort vorher an

Seit jeher sorgt ein unbekannter Ort bei Menschen für Unsicherheit und Unbehagen, darum empfehlen wir: Schauen Sie sich, wenn möglich, den Veranstaltungsort ein paar Tage vorher an.

d. Das Visualisieren des Vortrags kann dabei helfen, Unsicherheiten zu vermeiden.

e. Negative Assoziationen verbannen

Bevor Sie Ihre Rede halten, sollten Sie negative Assoziationen verbannen und durch positive ersetzen. Statt

„Die Rede wird bestimmt schlecht und mir hört ja eh keiner zu!“

sollten Sie lieber denken:

„Mir gelingt das, die Rede wird ein voller Erfolg.“

4. Die wichtigsten rhetorischen Mittel

Metapher: Bei einer Metapher geht es nicht um die wörtliche Bedeutung des Gesagten, sondern um eine bildliche Sprache, mit der Sie die Aussage der Geschichte im übertragenen Sinn darstellen und die Zuhörer in eine Bildwelt einladen.

Alliteration: Bei einer Alliteration erfolgt eine Wiederholung der Anfangslaute, um die Wichtigkeit bestimmter Begriffe zu unterstreichen bzw. Wortmelodien oder bestimmte Wortzusammenhänge herauszustellen.

Anapher: Bei einer Anapher werden bestimmte Worte oder Wortgruppen mehrfach wiederholt. Wenn Sie Ihre Rede schreiben, können Sie damit eine bestimmte Wortmelodie erreichen, Aussagen zusammenzufassen oder steigern.

Parallelismus (paralleler Satzbau): Der Parallelismus wird verwendet, um Gegenbehauptungen auf der gleichen Wortbedeutungsebene zu präsentieren. Dabei werden diese immer sehr präzise umschrieben. Bei einer Rede hat der Parallelismus meist eine tautologische oder eine antithetische Funktion. Beispiel:

„Ich verstehe es, ich habe es begriffen und ich weiß es.“

Damit verdeutlicht der Redner, dass er verstanden hat, und zwar sehr gut.

Rhetorische Frage: Bei einer rhetorischen Frage handelte es sich um eine Frage, bei der der Sprecher keine wirkliche Antwort erwartet.

5. Wie man Füllwörter vermeidet

Achtung, Füllwörter gelten als Anzeichen für Unsicherheit, darum sollten diese bei einer Rede auch tunlichst vermieden werden. Durch bewusstes und deutliches Reden erlauben Sie Ihren Zuhörern nicht nur, Ihrer Rede besser zu folgen, Sie unterstützen dies auch, indem Ihr Vortrag aus kurzen Sätzen besteht. Auf diese Weise vermeiden Sie fast automatisch Füllwörter und reduzieren die Rede auf das Wesentliche.