Je nach Rolle verändert sich der Ton – vom Stolz der Eltern bis zum Dank des Konfirmanden selbst:
Die Eltern: Rede für die Tochter oder den Sohn
Als Eltern sind Sie die Gastgeber und halten meist die wichtigste Rede des Tages.
Sie kennen Ihr Kind am besten, und genau das ist die Gefahr: Sie wissen zu viel.
Wählen Sie aus vierzehn Jahren nur wenige Bilder, und richten Sie den Blick auf den jungen Menschen, der heute vor Ihnen sitzt.
Oft spricht der Vater, manchmal beide Eltern im Wechsel.
Wer gemeinsam redet, verteilt die Teile vorher: einer erzählt, einer wünscht.
Sagen Sie Ihrem Kind, dass Sie stolz sind, auch wenn es die Augen verdreht.
Es wird sich diesen Satz merken.
Der Pate oder die Patentante
Mit der Konfirmation endet das Patenamt offiziell: Ihr Patenkind spricht heute selbst sein Ja, das Sie bei der Taufe stellvertretend gegeben haben.
Ein schöner Anlass, Bilanz zu ziehen.
Erzählen Sie, was Sie gemeinsam erlebt haben, und sagen Sie, dass Ihre Verbindung nicht mit dem Amt endet.
Viele Paten erinnern in ihrer Rede an das Versprechen, das sie vor vierzehn Jahren gegeben haben.
Wie die Rede damals hätte klingen können, zeigt mein Ratgeber zur Rede zur Taufe.
Oma und Opa: die Rede zur Konfirmation des Enkels
Großeltern haben den Blick über die Generationen.
Erzählen Sie von der Konfirmation der Mutter oder des Vaters, vielleicht in derselben Kirche, mit demselben Pfarrer oder mit einem Konfirmationsspruch, der heute noch im Familienalbum steht.
Diese Brücke berührt die ganze Familie.
Halten Sie Ihre Worte kurz, und überlassen Sie den Eltern die große Rede.
Ihr Part ist der Segen der Älteren: ein Wunsch für das Enkelkind und vielleicht ein Satz darüber, was Ihnen der Glaube im Leben bedeutet hat.
Der Konfirmand sagt Danke
Immer mehr Konfirmanden möchten selbst ein paar Worte sagen: ein Dank an die Eltern, die Paten und die Gäste.
Für einen Vierzehnjährigen ist das ein großer Schritt, oft die erste Rede seines Lebens.
Eine Minute genügt, auf einer Karte notiert.
Eltern können helfen, indem sie mit ihrem Kind drei Sätze sammeln: wem es danken will, was ihm heute gefallen hat und worauf es sich freut.
Mehr braucht es nicht.
Der Applaus danach ist meist der lauteste des Tages.
Die lustige Rede zur Konfirmation
Eine Konfirmation darf fröhlich sein.
Ein Augenzwinkern über das Zimmer, die Handyzeit oder den Konfirmandenunterricht am frühen Samstagmorgen lockert die Tafel auf.
Entscheidend ist die Richtung: Lachen Sie mit Ihrem Kind, nie über es, und machen Sie sich als Eltern ruhig selbst zur Pointe.
Planen Sie einen ernsten Moment ein, am besten beim Konfirmationsspruch oder beim Wunsch.
Diese Mischung aus Lachen und Rührung macht eine Rede unvergesslich.
Wie Sie Pointen dosieren, zeigt mein Ratgeber zur lustigen Rede.
Konfirmation, Firmung oder Kommunion
In vielen Familien treffen evangelische und katholische Tradition zusammen.
Die Konfirmation entspricht im Alter eher der katholischen Firmung, im Gefühl aber oft der Erstkommunion: Es ist das große Glaubensfest des Kindes, zu dem die ganze Familie kommt.
Haben Sie schon bei der Kommunion eines Geschwisterkindes gesprochen, achten Sie darauf, sich nicht zu wiederholen.
Mit vierzehn wollen Kinder anders angesprochen werden als mit neun.
Wie die Rede für die Jüngeren klingt, zeigt mein Ratgeber zur Rede zur Kommunion.
Feiert ein Kind im Freundeskreis stattdessen Jugendweihe, hilft Ihnen mein Ratgeber zur Rede zur Jugendweihe.
Die goldene Konfirmation und andere Jubiläen
Fünfzig Jahre nach ihrer Konfirmation treffen sich viele Jahrgänge zur goldenen Konfirmation, nach sechzig Jahren zur diamantenen, nach fünfundsechzig zur eisernen.
Hier spricht meist ein Mitglied des Jahrgangs oder des Kirchenvorstands, und die Rede gleicht eher einem Klassentreffen als einem Familienfest.
Erzählen Sie, wie die Konfirmation damals war: der strenge Pfarrer, das Auswendiglernen, der erste Anzug.
Und erinnern Sie an die, die nicht mehr dabei sind.
Fünf bis sieben Minuten sind angemessen, denn danach wollen sich alle unterhalten.
Götti und Gotte: Konfirmation in der Schweiz und in Österreich
In der Schweiz werden Jugendliche oft erst mit fünfzehn oder sechzehn konfirmiert, und die Paten heißen Götti und Gotte.
In Österreich sind Konfirmationen seltener als in Deutschland, und gerade deshalb ein Fest, zu dem die Familie von weit her anreist.
Wer so spricht, sollte auch in der Rede so sprechen.
Erzählen Sie mir von Ihrer Familie und Ihrem Ort, dann schreibe ich Ihre Rede in der Sprache, die Ihre Gäste sprechen.