Je nach Rolle und Rahmen verändert sich der Ton – vom Versprechen des Paten bis zur Begrüßung durch die Eltern:
Der Taufpate oder die Patentante
Als Pate haben Sie in der Kirche ein Versprechen gegeben: das Kind auf seinem Weg zu begleiten und die Eltern zu unterstützen.
Ihre Rede an der Tafel ist der Ort, dieses Versprechen persönlich zu machen.
Erzählen Sie, warum die Eltern gerade Sie gefragt haben, und sagen Sie, was Sie dem Kind geben wollen: Zeit, Ausflüge, ein offenes Ohr.
Ich bin selbst Taufpate und weiß, wie sehr dieses Amt mit den Jahren wächst.
Aus dem Baby wird ein Kind, das zur Kommunion geht, und Sie stehen wieder da und suchen Worte.
Wie Sie dann sprechen, zeigt mein Ratgeber zur Rede zur Kommunion.
Oma und Opa: die Rede zur Taufe des Enkelkindes
Großeltern haben, was Paten fehlt: den Blick über die Generationen.
Sie können erzählen, wie es war, als die Mutter oder der Vater des Täuflings selbst getauft wurde, vielleicht mit demselben Taufkleid oder in derselben Kirche.
Diese Brücke berührt die Familie wie kaum etwas anderes.
Halten Sie die Rede trotzdem kurz, und überlassen Sie das Versprechen den Paten.
Ihr Part ist der Segen der Älteren: ein Wunsch für das Enkelkind und ein Dank an Ihr eigenes Kind, das jetzt selbst Vater oder Mutter ist.
Die Eltern: Begrüßung und Dank
Als Eltern sind Sie die Gastgeber.
Ihre Rede ist meist die erste des Tages: eine herzliche Begrüßung, ein Dank an alle, die gekommen sind, besonders an die Paten, und ein Satz dazu, warum Sie Ihr Kind taufen lassen.
Zwei, drei Minuten genügen.
Viele Eltern erzählen dabei, wie sie den Namen ausgesucht haben, oder lesen einen kurzen Brief an ihr Kind vor.
Für eine Mutter oder einen Vater, die selten vor Gruppen sprechen, ist das ein großer Moment.
Ein ausgedrucktes Manuskript in der Hand gibt Halt, auch wenn die Stimme bricht.
Die freie Taufe und das Willkommensfest
Immer mehr Familien feiern ohne Kirche: eine freie Taufe, ein Namensfest oder ein Willkommensfest im Garten.
Hier gibt es keinen Pfarrer, der den feierlichen Teil übernimmt, also trägt die Rede die ganze Zeremonie.
Meist spricht eine freie Taufrednerin, ein Familienmitglied oder ein guter Freund.
Eine freie Taufrede ist länger als die Rede an der Tafel, oft zehn bis fünfzehn Minuten, und hat eigene Rituale: das Versprechen der Paten, einen Wunsch jedes Gastes für das Kind, einen Baum, der gepflanzt wird.
Beziehen Sie die Gäste mit ein.
Gerade dieser Teil wird oft zum schönsten Moment der Feier.
Die lustige Rede zur Taufe
Eine Taufe darf fröhlich sein.
Ein Augenzwinkern über die schlaflosen Nächte, den Streit um den Namen oder die ersten Windelerfahrungen des Vaters lockert die Tafel auf.
Wichtig ist, dass der Humor liebevoll bleibt und die Eltern nicht bloßstellt.
Planen Sie einen ernsten Moment ein, am besten beim Versprechen oder beim Wunsch für das Kind.
Diese Mischung aus Lachen und Rührung macht eine Taufrede unvergesslich.
Wie Sie Pointen dosieren, zeigt mein Ratgeber zur lustigen Rede.
Taufe und Hochzeit an einem Tag
Manche Paare heiraten und lassen am selben Tag ihr Kind taufen.
Für die Redner bedeutet das: Zwei Anlässe wollen gewürdigt werden, ohne dass die Rede doppelt so lang wird.
Die Hochzeit ist meist der Rahmen, die Taufe ein besonderer Moment darin.
Verbinden Sie beides in einem Bild: Das Paar hat sich das Jawort gegeben, und das Kind ist der schönste Beweis dafür.
Welche Rollen bei der Hochzeit sprechen, zeigt mein Ratgeber zur Hochzeitsrede.
Die Taufe eines älteren Kindes
Wird ein Kind erst mit drei, sechs oder zehn Jahren getauft, ändert sich alles: Jetzt hört der Täufling zu.
Sprechen Sie ihn direkt an, in Worten, die er versteht, und erzählen Sie von Dingen, die er schon erlebt hat.
Ein älteres Kind darf auch selbst mitwirken: eine Kerze anzünden, einen Wunsch vorlesen, seinen Paten die Hand geben.
Halten Sie die Rede dann noch kürzer, denn Kinder hören selten länger als drei Minuten aufmerksam zu.
Götti und Gotte, Göd und Godl
In der Schweiz und in Liechtenstein heißen die Paten Götti und Gotte, in Österreich und Altbayern Göd und Godl.
Wer so spricht, sollte auch in der Rede so sprechen: Ein „Taufpate“ klingt in einer Tiroler Gaststube fremd.
Auch die Bräuche unterscheiden sich, vom Göttibatzen bis zum Taufessen im Wirtshaus.
Erzählen Sie mir von Ihrer Familie und Ihrem Ort, dann schreibe ich Ihre Rede in der Sprache, die Ihre Gäste sprechen.