Im Clubjahr gibt es viele Gelegenheiten zu reden – und jede verlangt einen eigenen Ton, vom feierlichen Festakt bis zum launigen Vortrag beim Meeting:
Die Rede des scheidenden Präsidenten beim Präsidentenwechsel
Für Sie ist der Präsidentenwechsel vor allem ein Abschied vom Amt.
Sie blicken zurück, ziehen eine ehrliche Bilanz und danken allen, die Sie getragen haben.
Ein Projekt, das nicht geklappt hat, dürfen Sie ruhig erwähnen: Das macht Sie glaubwürdig und nimmt der Rede den Ton einer Erfolgsmeldung.
Ab heute sind Sie Past-Präsident, und genau so sollten Sie auch sprechen: großzügig, ohne Wehmut zu überdehnen und ohne Ihrem Nachfolger die Ziele vorwegzunehmen.
Ein guter Wunsch für ihn und die Übergabe der Amtskette sind der natürliche Schluss.
Die Antrittsrede des neuen Präsidenten oder der neuen Präsidentin
Sie sprechen meist direkt nach Ihrem Vorgänger.
Darum genügt eine kürzere Anrede, und Ihr erster Inhalt gehört ihm: ein konkreter, herzlicher Dank für sein Jahr.
Erst dann folgt Ihr Programm – ein Jahresmotto oder zwei, drei Ziele, ehrgeizig, aber machbar.
Ihre Clubfreunde wollen spüren, wer Sie sind und warum Sie dieses Amt übernehmen.
Ein persönlicher Satz über Ihren Weg in den Club wirkt stärker als jedes Grundsatzprogramm.
Wie Sie Haltung zeigen, ohne zu belehren, lesen Sie auch in meinem Ratgeber zur Antrittsrede als Führungskraft.
Die Dankesrede nach der Wahl in Vorstand oder Verein
Wer gewählt wird, sagt fast immer ein paar Worte, oft spontan direkt nach der Abstimmung.
Das gilt im Serviceclub ebenso wie im Sportverein, im Förderverein oder im Berufsverband.
Drei Sätze genügen: Dank für das Vertrauen, ein Wort an den Vorgänger und ein Ausblick auf die Zusammenarbeit.
Bereiten Sie diese kurze Dankesrede vor, auch wenn das Ergebnis noch offen ist.
Wer improvisiert, verliert sich leicht in Floskeln oder wird zu lang.
Wer drei klare Sätze bereithält, wirkt souverän – genau das, was man vom neuen Vorstand erwartet.
Die Aufnahme neuer Mitglieder (Rede des Paten)
Bei der Aufnahme stellt der Pate oder die Patin das neue Mitglied vor, oft mit Anstecknadel, Urkunde und einem kleinen Ritual.
Die Rede ist kurz und warm: Wer ist dieser Mensch, was bringt er mit, und warum passt er in diesen Club?
Erzählen Sie eine Begegnung, die zeigt, wie Sie das neue Mitglied kennengelernt haben – das sagt mehr als der Lebenslauf.
Häufig antwortet das neue Mitglied mit einem kurzen Dank oder hält bei Rotary später einen Vortrag über sich selbst, den Ego-Vortrag.
Charterfeier und Clubjubiläum
Zur Charterfeier, dem Jubiläum der Clubgründung, kommen Gäste aus dem Distrikt, aus befreundeten Clubs und oft aus Politik und Gesellschaft.
Die Festrede des Präsidenten ordnet die Geschichte des Clubs ein: Wer hat ihn gegründet, was hat er bewirkt, wofür steht er heute?
Erzählen Sie die Clubgeschichte in zwei, drei Bildern statt als Chronik.
Ein Gründungsmitglied im Saal, ein Projekt, das die Stadt verändert hat, eine Freundschaft über Grenzen hinweg – das bleibt.
Gehört zum Jubiläum eine Festschrift, hilft Ihnen meine Anleitung zum Grußwort für die Festschrift.
Der Vortrag im Club: Ego-Vortrag, Berufsvortrag und Referat
Viele Clubs laden bei ihren Meetings zu Vorträgen ein, oft von Mitgliedern selbst.
Neue Mitglieder stellen sich im Ego-Vortrag vor, andere berichten aus ihrem Beruf oder über ein Thema, das sie bewegt.
Das Publikum ist gebildet und neugierig, die Zeit meist auf zwanzig bis dreißig Minuten begrenzt.
Ein guter Clubvortrag ist kein Fachreferat, sondern eine Einladung: ein persönlicher Zugang, wenige klare Gedanken und Raum für Fragen.
Wie das konkret aussehen kann, zeigt mein Beispiel für ein Rotary-Referat.
Ehrungen: Paul Harris Fellow, Melvin Jones Fellow und langjährige Mitglieder
Mit dem Paul Harris Fellow bei Rotary oder dem Melvin Jones Fellow bei Lions ehren Clubs Mitglieder und Menschen von außen, die sich besonders verdient gemacht haben.
Die Laudatio würdigt konkret, was die Geehrte oder der Geehrte bewegt hat, und erklärt Gästen kurz, was die Auszeichnung bedeutet.
Sind Sie selbst der Geehrte, genügt ein kurzer, bescheidener Dank, der den Club und die Mitstreiter einschließt.
Wie Sie dabei weder zu knapp noch zu ausführlich werden, lesen Sie in meinem Ratgeber zur Dankesrede bei einer Preisverleihung.
Benefizabend, Damenabend und Clubweihnacht
Beim Benefizabend oder der Spendenübergabe sprechen Sie auch zu Gästen, die den Club kaum kennen.
Erklären Sie kurz, wer Sie sind, und lassen Sie dann das Projekt und die Menschen dahinter sprechen.
Die Spendensumme nennen Sie einmal, am besten am Ende, mit Dank an alle, die sie möglich gemacht haben.
Gesellige Abende wie Damenabend, Gänseessen oder Clubweihnacht vertragen mehr Humor.
Für den Abend an der Festtafel finden Sie Anregungen in meinem Ratgeber zur Tischrede, für die Feier zum Jahresende in meinem Ratgeber zur Weihnachtsrede.
Wenn ein Clubfreund stirbt: die Würdigung im Club
Stirbt ein Mitglied, erinnert der Präsident beim nächsten Meeting an ihn, oft mit einer Schweigeminute.
Manchmal spricht ein Clubfreund auch bei der Trauerfeier.
Diese Worte sind kurz, warm und persönlich: Was hat er für den Club getan, und was werden wir vermissen?
Eine kleine Geschichte aus dem gemeinsamen Clubleben tröstet mehr als jede Würdigung seiner Ämter.
Wie Sie eine solche Rede würdevoll aufbauen, lesen Sie in meinem Ratgeber zur Trauerrede.